Mittwoch, 9. April 2014

Automatenspielsucht | Spielautomatensucht | M.Trojan | Fragen+Antworten

Du bist derzeit sehr aktiv, schreibst viele Blog-Einträge und wirbst für dein neues Buch. Würde es für eine Gesundung ausreichen, wenn man nur deine Blog-Einträge liest?
Wenn man einen Weg aus der Sucht bzw. einen Spielsucht-Ratgeber sucht, dann reichen die Blog-Einträge nicht aus. Da in allen Einträgen der Kern, immer identisch ist. Die Einträge sollen Leser davon überzeugen, dass man sich Hilfe suchen muss. In meinen Büchern jedoch, spreche ich gezielte Hilfen, Alternativen und Denkweisen an. Zudem werden in meinen Büchern nicht nur Alternativen, sondern auch Lösungen vorgeschlagen. Solche Dinge werden nicht in Blog-Einträgen zu finden sein.

Wie stark, sollte man sich an deinen Büchern orientieren? Sind deine Bücher so genannte Wegweiser, oder gibt es überwiegend Vorschläge preis?
Selbstverständlich kann man sich an meinen Büchern bestmöglich orientieren, ich bin auch der Meinung, dass es gezielte Wegweiser sind, dennoch muss jeder Spieler selbst einen Weg erschaffen. Man kann sich nicht darauf versteifen, dass meine Worte, Erfahrungen und Situationen – Eins zu Eins auf einen selbst zutreffen werden. Man muss die Dinge fließen lassen, versteife dich nicht zu sehr an gesagte – oder geschriebene Dinge. In der Theorie ist immer alles ziemlich einfach, in der Praxis sieht es da schon ganz anders aus. Meine Texte stärken den Spieler, geben ihm Halt in einer schwierigen Situation, aber den Weg aus der Sucht, den kann dir kein Buch der Welt abnehmen.

Wie viele Bücher werden im Bereich der Suchtbekämpfung noch folgen?
So viele, wie nötig sind.

Du bist derzeit sehr erfolgreich, selbst überzeugte Spieler werden plötzlich Spielfrei. Wie erreichst du das, woran viele Suchtberater scheitern?
Nun ja, ich war wohl selbst einer der überzeugtesten Spieler –zu meiner Zeit- und deshalb kenne ich natürlich die Standart-Antworten zu genüge. Ich versuche niemals den Spieler in eine Ecke zu drängen, meine Selbsttherapie erfordert keine Einschränkung der Gedanken, ganz im Gegenteil, ich versuche, das logische Denken beim Spieler zurückzuholen. Das ist zum Teil leichter gesagt, als getan. Meine Selbsttherapie ist derzeit tatsächlich sehr erfolgreich, wobei der Erfolg nicht mir gebührt, sondern den Lesern bzw. Spielern. Meine Ratgeber unterscheiden sich dadurch von allen anderen, da ich mich nicht auf die Probleme konzentriere, sondern auf Lösungen.

Als dein erster Spielsucht-Ratgeber veröffentlicht wurde, hattest du damals mit diesem Erfolg gerechnet?
Nein, da mir damals nicht bewusst war, dass so viele Spieler davon betroffen sind.

Was ist das Wichtigste, wenn man aufhören möchte?
Dass man wirklich aufhört und es nicht nur sagt. Als Spieler sagt man vieles, doch genau das, was man beenden soll, ist das, was man im Grunde gerne macht, - obwohl es bewusst großen Schaden anrichtet, spielt man gerne an Automaten. Man liebt das, was einen systematisch zerstören wird. Die Gefahr muss nicht nur erkannt- sondern beendet werden.

Du hast im Buch „Spielautomatensucht – Der Weg des Spielers“, das 12-Schritte Programm für Spieler ins Leben gerufen, das du im Grunde aus den Stoffgebundenen 12-Schritte Programm abgeleitet hast. Dennoch äußerst du dich zu diesem Programm nicht, wie stehst du persönlich zu diesem 12-Schritte-Programm?
Bei stoffgebundenen Süchten ist das 12-Schritte-Programm das wohl Bekannteste unter vielen. Ich habe mich nie persönlich dazu geäußert, da ich dieses Programm damals nicht als Hilfe kannte. Natürlich ist es praktisch, da es Schritt für Schritt aus der Sucht führen kann und so gesehen auch wird. Aber ein Programm bedeutet nicht, dass man sich automatisch von einer Sucht entfernt. Es stützt den Spieler, aber es führt ihn nicht zwangsläufig aus einer Sucht. Man kann dieses Programm positiv- aber auch negativ wahrnehmen. Ich bin der Meinung, dass man jede Hilfe wahrnehmen sollte, da es nicht schadet, wenn man Dinge für sich nutzt, die einem die Sucht leichter beenden bzw. unter Kontrolle bringen lässt.

Du hast eine To-Do-Checkliste entwickelt, wonach hat sich diese gerichtet, nach deinem eigenen Ausstieg?
Unter anderem – ja. Ich habe nach der Veröffentlichung meines ersten Buches feststellen müssen, dass nach dem Ausstieg einige Dinge dennoch vonstattengehen müssen. Darum die Checkliste, damit man auch nach dem ersten Schritt, weiterhin Suchtfrei bleiben wird. Schritt für Schritt, Tag für Tag und Monat für Monat festigt sich der richtige Gedanke und man wird durchhalten.

Du hast einmal geschrieben, dass du Aufklärung, in einer unklaren Zukunft herbeiführen möchtest. Inwiefern beziehst du dich hier auf die Spielautomatensucht?
Nichts ist ungewisser, als die Zukunft eines Spielers. Ich bringe Klarheit, indem ich die Wahrheit anspreche, dadurch und wirklich nur dadurch, wird ein Spieler eine Zukunft besitzen, weil er nach dem Lesen meiner Bücher, nicht mehr spielen wird.

Woher ist dir bekannt, wie Suchtberater mit Angehörigen umgehen?
Ich kenne mittlerweile natürlich einige Suchtberater und habe mit denen selbstverständlich darüber gesprochen. Ich kenne aber auch die Gegenseite und habe oftmals erfahren müssen, welche Beratungsstellen, den Angehörigen genau das Falsche gesagt hatten.

Bereust du gewisse Dinge, die du in eines deiner Bücher geschrieben hast?
Nein, ich stehe hinter jedem Wort und bisher wurde ich eigentlich immer nur über Dinge kritisiert, die ich weder gesagt, noch getan habe. Die meisten meiner Kritiker reißen Sätze aus dem Zusammenhang und wollen mir persönlich schaden, aber Leser, die meine Bücher ernsthaft lesen, die wissen, dass die Kritik oftmals nicht angebracht ist. Ich habe beispielsweise tatsächlich geschrieben: „An mir verbrennt ihr euch die Finger“ – dies habe ich geschrieben, als 2 Anzeigen gegen mich fallengelassen wurden. Aber solche Sätze werden plötzlich ins lächerliche gezogen, obwohl ich das gesagt hatte, was tatsächlich eingetroffen war. Damit war kein Leser gemeint, sondern die Glücksspielindustrie. Negative Bewertungen interessieren mich nicht, die Leser sehen oftmals nicht über den Tellerrand hinaus, ein Buch veröffentlichten ist immer ein gewisses Risiko, aber ein Buch gegen ein System zu schreiben, das dem Staat Milliarden von Euro einbringt, ist nicht nur riskant, es ist teils sehr gefährlich und solche Dinge sollten Leser auch einmal bedenken.

Wenn dir ein Leser berichtet, dass er trotz des Lesens nicht aufhören kann zu spielen, was empfiehlst du dem Spieler und fühlst du dich dafür verantwortlich?
Verantwortlich fühle ich mich im Grunde nicht, da jeder Mensch selbst entscheiden muss, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Es kam bisher sehr selten vor, dass ein Spieler durch das Lesen nicht aufhören konnte, dass ein Spieler jedoch einen Rückfall ins alte Leben hatte, das kommt natürlich vor – keine Frage. Ich kann hier nicht genau sagen, welche Antwort ich darauf gebe, da dies der Situation entsprechend verfasst wird.

Du hast im Vorhinein davon berichtet, dass in deinem neuen Buch, ein weitaus härterer Ton gewählt wurde, wie ist das gemeint und was kann man sich darunter vorstellen?
Ich werde oft gefragt, wie es derzeit im Kampf gegen die Glücksspielgrößen aussieht – mit meinem neuen Buch, stelle ich klar, dass ich keine Angst vor dieser Industrie habe. Ich werde nicht nachgeben, ich werde nicht schweigen, solange jugendliche und angehende Erwachsene bereits ihr gesamtes Hab und Gut verspielen. Immer mehr Menschen werden von der Sucht infiziert und ich sehe bisher keine Besserung, darum habe ich mich dazu entschlossen, ein- für allemal Klartext zu sprechen. Ich sage es in aller Deutlichkeit, die Glücksspielindustrie bewegt sich in einem unaufhaltsamen Tempo voran, aber ich werde nicht nachgeben. Kein Aufgeben – kein Rückzug.

Welche Gesetze müssten eingeführt werden, damit sich etwas an der Gesamtsituation „Spielautomatensucht“ positiv verändern könnte?
Nun, dieses Thema spreche ich ausführlich in meinen Büchern an. Jedoch wäre einigen angehenden Spielern bereits geholfen, wenn man vorhandene Gesetze strikt einhalten würde.

Wie massiv wirst du durch Glücksspielgrößen unter Druck gesetzt?
Ich denke, dass der Druck beidseitig gegeben ist, da ich die Glücksspielindustrie immer wieder in Zugzwang bringe. Massive Drohungen gegen mich fanden statt, aber ich kann nicht sagen, woher diese Drohungen stammen.

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Einen Politiker, der sich nicht von der Glücksspielindustrie an der Nase herumführen lässt, das sagt, macht und vollbringt, was getan werden muss. Zudem würde ich mich über jegliche Unterstützung freuen, da ich derzeit immer noch als Feind betrachtet werde.

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