Sonntag, 27. April 2014

Spielsucht | Irrtümer |Erfahrungsberichte | Hilfe

Häufig gestellte Fragen + Antworten wurden nun zusammengestellt, für die Allgemeinheit umgeschrieben und selbstverständlich bestmöglich beantwortet. Bitte beachten Sie, dass jegliche personenbezogenen Fragen, über das Aussehen oder Alter des Autors, nicht mehr beantwortet werden.

Was bewirkt die Spielautomatensucht am Menschen?
Die Spielsucht an Automaten, treibt den Spieler systematisch in den Ruin. Der ansteigende Geldmangel im Alltag, die dadurch entstehende Depression zwingt den Spieler, seine zweite öffentliche Präsenz zu verheimlichen. Man schämt sich plötzlich für eine Krankheit. Man geht diesen Weg so lange, bis man ganz Unten angekommen ist. Nur sehr wenige Spieler beenden das Spielen am Automaten bereits vor dem Verlust aller Wertgegenstände.

Wo kann man sich Hilfe suchen?
Beispielsweise im Internet, aber auch beim Hausarzt kann man anfragen. Im Normalfall wissen auch Ämter, wie Arbeitsamt oder Sozialamt geeignete Anlaufstellen. Ich persönlich würde den direkten Weg zur Caritas wählen.

Welche Erfolgschancen haben deine Bücher?
Wenn man alle 4 Bücher gewissenhaft gelesen hat, dann hat man eine sehr hohe Erfolgsgarantie. Wobei man betonen muss, dass es bei Sucht keine Garantie auf Genesung gibt. Am Ende entscheidet der Betroffene, wie hoch seine Garantie tatsächlich ist.

Ist es schwer, dem Automaten für immer zu entsagen?
Ja, das ist es. Aber nach einer Weile empfindet man die Sucht anders. Genau solche Dinge möchte ich mit meinen Büchern erklären, dass sich die Welt weiterdrehen wird, auch dann, wenn man als Spieler nicht mehr spielt.

Kann man als Angehöriger einen Spieler heilen?
Sucht ist so gesehen, im Bereich der Spielautomatensucht nicht heilbar, aber sie ist vollständig isolierbar, was meiner Meinung nach einer Heilung nahekommt. Also, als Angehöriger kann man einen Spieler auf seinem Weg aus der Sucht begleiten, man kann ihn halt geben, gut zureden, womöglich zum Teil auch bei der „Heilung“ unterstützen, aber als Angehöriger, kann man dem Spieler nicht den Weg aus der Sucht abnehmen. Der Spieler muss nicht nur wollen, er muss sich darüber im Klaren sein, dass er das Zocken ein für alle Mal beenden muss.

Du bist in deinen Büchern zum Teil sehr hart, impulsiv und teils wirken Texte kalkuliert. Du schreibst gegen Medien, sind nicht die Medien die Jenen, die deine Bücher erfolgreich machen?
Medien erwähnen mich nicht, jedenfalls seit etwa einem Jahr haben sie es völlig unterbunden. Die Gründe dafür sind Ansichtssache. ABER – keines meiner Bücher hat sich dank der Medien verkauft, sondern durch meine Leser. Es ist schon richtig, meine Texte wirken womöglich manchmal hart, vielleicht sogar ungerecht, aber dennoch sollte man auch meine Sicht der Dinge verstehen bzw. akzeptieren.

Was macht Automaten so gefährlich?
Das Gefährlichste ist wohl tatsächlich das, dass man die Automaten in allen Gesellschaftsschichten als ungefährlich wahrnimmt. Bei Alkohol, Nikotin und anderen Suchtmitteln wird staatlich davor gewarnt, aber bei Spielautomaten warnt niemand, es heißt nur immer: „Spielen macht Spaß...

Wird sich in naher Zukunft etwas ändern, wird man endlich Spielautomaten und deren Folgen öffentlich darstellen und davor warnen?
Ich denke, dass man es zu gegebener Zeit notwendigerweise anspricht, aber natürlich nur so stark, dass die Spieler weiterhin Geld verspielen. Man darf nie vergessen, dass bei Glücksspiel der Staat das Monopol besitzt, deshalb ist er auch der Hauptverdiener, warum sollte der Staat also tatsächlich etwas verändern, was ihm so viel Geld einbringt? Ich würde mir wünschen, dass sich etwas verändert, aber ich denke nicht, dass der Staat den ersten Schritt wagen wird.

Du hast extremes Hintergrundwissen, weißt genau, wie viel Geld durch Automaten zu verdienen ist, hattest du jemals mit dem Gedanken gespielt, selbst Automaten irgendwo aufzustellen?
Als ich noch Spieler war, haben wir unter Spielern öfters mal angesprochen, dass man wohl mit eigenen Spielautomaten bare Münze machen könnte, aber ernsthaft habe ich nie darüber nachgedacht. Ganz ehrlich, ich würde so etwas nicht machen, denn es ist Blutgeld und solches Geld, sollte niemand annehmen.

Ab wann ist man süchtig?
Ab den Zeitpunkt, wo man nicht mehr aufhören kann, selbst wenn man das gerne möchte. Es gibt keinen genauen Zeitplan, irgendwann (manchmal früher, bei anderen später) wird aus dem fröhlichen spielen, bitterer ernst. Man möchte es besonders anfangs nicht akzeptieren, aber eine Sucht schleicht sich so unauffällig ein, dass man es selbst weitaus später bemerkt, als das Umfeld.

Wie würdest du einen Spieler, mit nur einem Wort beschreiben?
Lügner.

Wie würdest du die Spielsucht an Automaten mit nur einem Wort beschreiben?
Tödlich.

Was bedeutet das Wort „Sucht“ für dich?
Ich denke bei Sucht automatisch an Suizid. Denn zu meist drängt einen die Sucht in diese Ecke. Ich versuche oftmals in meinen Büchern zu erklären, dass genau dieser Schritt extrem gefährlich ist. Es ist die falsche Haltung im Leben, Suizid bedeutet bei einer Sucht gewissermaßen Flucht. Aber wir dürfen nicht flüchten, wir müssen uns ins Leben zurückkämpfen. Nur dadurch kann man alles zum Guten drehen, durch Angriff, nicht durch flucht.

Wenn du heute vor einem Menschen stehen würdest, der durch die Glücksspielindustrie mächtig bzw. Reich geworden ist, was würdest du ihm sagen wollen?
Das weiß ich nicht genau, da ich grundliegend die Meinung vertrete, dass man sich für seine Handlungen nicht vor mir verantworten muss. Wenn er noch mit reinem Gewissen schlafen kann, dann wünsche ich ihm viel Glück und zwar dasselbe Glück, das man als Spieler am Automaten findet...

Was würdest du am Automaten verändern wollen?
Seinen Standort, sein System und seine öffentliche Präsenz.

Wie viele pathologische Spieler gibt es in Deutschland?
Hierfür muss man etwas ausholen. Staatliche Suchthilfen berichten von etwa 200.000 pathologischen Spielern in Deutschland. Private Suchthilfen sprechen von etwa 400.000 Spielern. Ich spreche vom 10-fachen. Da es rein rechnerisch gar nicht möglich ist, dass von 80 Millionen Einwohnern, nur ein so geringer Teil spielen würde. Da neue Studien bereits bewiesen haben, dass es sehr viele junge Spieler (unter 18 Jahren) gibt. Deshalb gehe ich von einer deutlich höheren Zahl aus.

Was bedeutet das Wort „pathologisch“?
Pathologisch bedeutet im Grunde krankhaft, oder zwanghaft.

Als du aufgehört hast zu spielen, hast du dir anfangs  ein Bild darüber gemacht, was du alles verspielt hast? Hattest du nie wieder darauf gehofft, dass du dir das Geld zurückholst?
Nein, natürlich denkt man im Nachhinein einmal darüber nach, was man alles verspielt hat. Aber so darf man darüber nicht denken, man muss sich darüber im Klaren sein, dass man diesen Fehler begangen hat. Das Geld ist weg, aber das liegt in der Vergangenheit, nun muss man in die Zukunft  blicken und einen Weg suchen, der eine nennenswerte Zukunft ermöglicht.

Wie hast du deine Sucht bezwungen?
Dafür gibt es keine direkte, kurze Antwort. Aber wenn man die Zeit findet, all meine Spielsucht-Ratgeber zu lesen, dann findet man eine Antwort.

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Spielst du noch, oder verlierst du schon?
ISBN-13: 978-3-95488-750-7
1. Auflage 2014
Engelsdorfer Verlag
Sprache: Deutsch
Paperback, Format: 21x15
309 Seiten, 3 farb. Abb.


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