Sonntag, 20. Juli 2014

Deutschlands Medienmacht

Medien wurden schon immer zweckentfremdet und als man bemerkte, dass man dadurch Menschen formen kann, werden Medien als eine Art Waffe eingesetzt. Diese Waffe ist so effektiv, so brutal und unscheinbar, dass selbst Mediengelehrte vor den Gefahren von Medien warnen. Die Menschen wollen aber nicht wahrhaben, dass sie mittlerweile so berechenbar geworden sind. Wir gaben Medien, die nachweislich gelogen waren einfach einen zweiten Namen „Propaganda“. Dadurch wirken Medien als Wahrheit, während Propaganda als Lüge gilt. Wobei beides dieselbe Ausgangsposition besitzt und beides mehr Schein, als sein beinhaltet.

Nehmen wir die Nachrichten von Kriegsgeschehnissen, dort muss zwischen den Zeilen gelesen werden, damit man überhaupt einen Hauch von Ahnung bekommt.

„Selbstmordattentäter sprengt einen Bus, in dem ISAF-Soldaten den Flughafen Kabul für ihre Rückreise nach Deutschland erreichen wollten. Vier Personen werden getötet, 29 weitere verwundet“.

Dies ist eine echte Berichterstattung vom Jahre 2003 aus Kabul. Nun, wie viele Menschen wurden getötet? Die Antwort eines Lesers lautet ganz klar „4“, wobei dies nicht beschrieben wird. Es wird beschrieben, dass 4 Personen an Ort und Stelle verstarben, wie viele jedoch durch diesen Anschlag tatsächlich ums Leben kamen, wird nicht erläutert. „29 Menschen wurden verwundet...“ das Wort „verwundet“ ist eine Beschreibung, die sehr viel Spielraum offen lässt. Verwundet könnte der kleinste Kratzer, aber auch der Verlust beider Beine bedeuten. Dennoch lassen Medien gezielt Details weg, um den Menschen zwar etwas berichten zu können, aber im Grunde ist man im Nachhinein genau so schlau wie zuvor. In allen Berichterstattungen kann man dieses Phänomen beobachten. Ein Verlust des Beines wird im Übrigen als „leicht Verletzt“ beschrieben, da man hier Prozentual betrachtet die Menschen informiert. Ein Verlust des Beines ist so gesehen kein 50 Prozent Verlust und deshalb wird auch nur „leicht Verletzt“ geschrieben. Beide Beine wären 50 Prozent Verlust und würde dann entweder mit dem Wort „Verwundet“ oder „schwerer Verletzt“ beschrieben werden.


Wir halten uns für belehrte und schlaue Menschen, wenn wir täglich die Nachrichten verfolgen, aber im Grunde sagen uns diese nur das Nötigste, - wenn überhaupt. Die Dinge, die nicht gesagt und erklärt werden sind die Nachrichten, die der Mensch erfahren müsste, denn dann würde sich auch etwas verändern. Aber dadurch, dass man nicht einmal die halbe Wahrheit erfährt, bekommen wir täglich gesagt, was wir zu tun und zu denken haben. 


© 2014 M.Trojan

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