Montag, 21. Juli 2014

Dreiste Masche

Wir hielten es anfangs für einen außergewöhnlichen Einzelfall, doch leider mussten wir in den letzten Monaten feststellen, dass dies kein Einzelfall zu sein scheint. Uns liegen fast 50 E-Mails vor, dessen Absender allesamt erklären, dass sie ehemalige Spielhallen Angestellte waren. Der Verdienst einiger Spielhallen-Angestellten ist so niedrig, dass die Arbeitgeber die Anspielung machen, man solle halt sein Glück am Automaten wagen, immerhin sieht man täglich zu, an welchen Automaten genügend Geld rauszuholen sei.

Aus Frust, Geldnot und den ansteigenden Druck, dass man irgendwie Geld beschaffen muss, spielen Angestellte an den Automaten, die sie eigentlich nur be- bzw. überwachen sollten. Dadurch ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Angestellten spielsüchtig werden. Man kann dem Automaten schwer bis hinzu gar nicht entsagen, wenn man täglich 8 – 10 Stunden in einer Spielhalle verbringen MUSS. Und nun kommt eine dreiste Grauzone in Deutschland, die tatsächlich dazu missbraucht wird. Der Arbeitgeber wird den angehenden Spieler erst vollständig melken und dann dem Haus verweisen, - fristlose Kündigung. Ein Gesetz besagt, dass man einen Menschen, bei dem der Verdacht besteht, dass er spielsüchtig sein könnte, dem Haus verwiesen werden muss. Der Arbeitgeber macht sich dadurch weder Strafbar, noch kann man gegen ihn vorgehen. Das ist eine traurige Tatsache und der Staat sieht zu, wie Menschen systematisch ruiniert werden. Viele Menschen würden nun denken, dass dies nicht Rechtens sein kann, natürlich könnte man es mit dem Arbeitsgericht versuchen, aber ein Arbeitsgeber ist nur verpflichtet, einen süchtigen Menschen nach seiner Entziehung wieder aufzunehmen. Wie sollte dies bei der Spielautomatensucht dauerhaft funktionieren, wenn doch die Spielhalle es ist, die dringend gemieden werden muss? Wie gesagt, eine Grauzone, eine Seite behauptet sie hielten sich nur an das Gesetz, die andere Seite klagt, sie würden gezielt abhängig gemacht werden. Hier steht Aussage gegen Aussage und im Zweifel, so sagt es das Gesetz, muss für den Angeklagten entschieden werden.

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir derzeit die Spielhallen Betreiber nicht namentlich erwähnen, es sollte jedoch gesagt werden, dass es sich hier um namentlich bekannte Spielhallenbetreiber handelt.



© 2014 M.Trojan

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen