Montag, 28. Juli 2014

Spielsucht - Von Oben herab

Wir werden oft von Oben herab behandelt, wir die kleinen, dummen und schwachen Spieler, doch das Leben eines Spielers, ist niemals schwach oder dumm – wir sind hart im nehmen und noch härter im Leben. Viel zu viele verschweigen ihren Schmerz, verspielen Geld und am Ende ihr Leben, nur um ihre Sorgen einen kurzen Augenblick vergessen zu können. All die Nicht-Spieler können nicht mitreden, sie richten über uns, aber erkennen nicht, wie weit wir uns voneinander entfernen. Es ist traurig zu wissen, dass wir mittlerweile eine eigene Schicht in der Mittelschicht erschaffen haben. Plötzlich unterscheiden sich die Menschen, süchtige Menschen sind plötzlich die Kranken in unserer Gesellschaft.

Ich sei Krank, weil ich meine Probleme versucht habe zu verdrängen. Wobei man nie lernte, wie man mit ansteigenden Gesellschaftsproblemen umzugehen hat. Ich wurde als unwissender ins kalte Wasser gestoßen und auf einmal hieß es nur: „Du bist Süchtig!“


In unserer Gesellschaft war es schon immer einfach, wenn es darum geht, einem anderen den schwarzen Peter zuzuschieben. Aber ihm eine helfende Hand anzubieten, für Aufklärung zu sorgen, oder wenigstens sachlich eine Sucht zu erklären, auf die Idee ist niemand gekommen. Es hieß immer nur, du bist dies und du bist das... Dass ich ab einen gewissen Punkt nicht mehr aufhören konnte zu spielen, das war mir bewusst, aber dass ich dafür auch noch verurteilt werde, diese Erkenntnis war mir anfangs nicht bewusst. Da es meiner Meinung nach nicht üblich ist, einen Menschen wegen seinen begangenen Fehlern, keine Alternative mehr anbieten zu wollen. Die Politik betont die Nächstenliebe, aber zugleich wäre es jedem lieber, wenn ein Spieler sein Geld verspielt, sein Leben ruiniert und es dann selbst beendet. Nur damit sich niemand als Schuldig bezeichnen muss. Doch diesen Gefallen tat ich niemanden, ich blieb der Menschheit erhalten und heute mache ich alles dafür, dass es mir Spieler gleichtun. 


(c) 2014 - M.Trojan

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