Sonntag, 27. Juli 2014

Unversucht. Ratgeber für ein Leben ohne Automatenspielsucht


Von Anfang bis Ende, vom Alltag in die Sucht. Zu was der Mensch fähig ist, das sieht und spürt man täglich, doch wie viel er wirklich ohne Narben verkraften kann, das erkennen die Wenigsten. Die Mittelschicht wird immer mehr dazu genötigt, sich auf andere Art und Weise Geld zu beschaffen. Die Menschen sind hungrig und das Geld wird dennoch weniger, statt mehr. Glücksspiel spekuliert auf Hoffnung; „Glücksspiel erschafft Millionäre... Wir erschaffen jährlich Millionäre... Wage dein Glück... Riskier alles...“ und die Menschen glauben bzw. tun es. Ab einen gewissen Zeitpunkt wird aus Verzweiflung plötzlich Hoffnung. Wenn du die Hoffnung hast, dass ein System Mitleid haben wird, dann wirst du im Leben auf ganzer Linie scheitern. Glücksspiel beinhaltet kein Glück, sondern Not, Verzweiflung und Illusion. Du kannst der glücklichste Mensch der Welt sein, am Automaten wirst du schnell bemerken, wohin dein Glück wandern wird. Du kannst heute noch genügend Geld haben, um weiterhin spielen zu können. Aber bereits in einem Jahr kann alles vorbei sein und du träumst davon, nie gespielt zu haben. Das ist die Wahrheit, das ist die pure Realität. Der Automat wird dir niemals (auf längere Sicht) etwas geben, er nimmt dir dein Geld, deine Hoffnung und deine Lebensfreude. Du bist gerne Spieler? Rede dir das ruhig ein, vielleicht glaubst du es für 5 Minuten, aber ich weiß, dass du es nie sein wirst. Denn ganz ehrlich, wer verspielt schon gerne Geld?


Ich bin kein Übermensch, aber ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe es am eigenen Leibe erfahren müssen. War ich gut? Nun, ich log besser als alle anderen, denn niemand glaubte, dass es bereits so schlimm um mich stand. Also ja, ich war gut, aber nicht im Spielen, sondern die Lügen aufrecht halten zu können. Mit Ehrlichkeit, den Blick und Sinn für das Logische, entwickelte ich nach und nach eine Selbsttherapie. Mein erster erfolgreicher Patient war ich selbst und durch meine Therapie, habe ich bis heute durchhalten können. Ich war nach Jahren am Automaten so kalt geworden, dass ich alles und jeden geopfert hätte, nur um spielen zu können. Glaubte ich daran, dass ich freiwillig aufhören würde - oder könnte? Niemals. Ich hasst das, was ich gleichzeitig liebte – das Spielen. Ich war somit mein eigener größter Kritiker, der Jene, der einfach nicht aufhören wollte zu spielen. Aber durch das, dass ich die Dinge plötzlich anders analysierte, gab es nur noch einen Weg zu gehen. Nämlich aus der Sucht, denn nach vielen Jahren kam die Erkenntnis, dass mich das Spielen nicht nur viel Geld gekostet hatte, es hätte mich am Ende mein Leben gekostet. Ganz ehrlich, selbst das war mir egal geworden, mich gekümmerte nichts mehr. Aber irgendwann änderte sich einfach alles und die Erkenntnis, dass ich dadurch einfach von einem weiteren bzw. neuen Spieler ersetzt werden würde, wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich wollte der Glücksspielindustrie nicht auch noch diesen weiteren Gefallen tun.

Ich hörte auf zu spielen, schlagartig, zielstrebig und zugleich fing ich an, meine Gedanken auf ein Blatt Papier zu bringen. Ich startete durch, mein erstes Buch war ein voller Erfolg. Nicht die schönste Vergangenheit, aber dafür erschuf ich mir eine vielversprechende Zukunft. Durch meine Bücher verschaffte ich mir einen festen Platz in der Gesellschaft, einen festen Platz im Bereich der umstrittensten Therapie-Methoden und obwohl sich viele Menschen gegen mich stellten, hat meine Therapie bislang unglaubliche Erfolge erzielt. Man muss mich persönlich nicht politisch korrekt finden, man muss mich nicht positiv wahrnehmen, ich verlange nur, dass du deine täglichen Handlungen hinterfragst, mehr möchte ich gar nicht.


(c) 2014 - M.Trojan


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