Montag, 8. September 2014

Du hast die "Wahl"

Spielen wir wieder ein kleines Spiel in einer besseren Zukunft, ich lasse mich zum Bürgermeister aufstellen. Ich verspreche vieles und weiß während des Sprechens bereits, dass ich es nicht umsetzen kann. Mal würde ich dies gerne, aber mir fehlt die Zustimmung der Anderen und zumal fehlt die Zeit, das Erwünschte tatsächlich umsetzen zu können. Das ist der Zwiespalt, in dem sich jeder Bürgermeister und jeder vorhandene Politiker befindet, dennoch finden viele davon einen Mittelweg, eine Notlösung. Dadurch ist nicht jeder Bürger zufrieden, aber auch nicht jeder davon unzufrieden. Alles in allem kann ich dadurch meinen Wähleranteil beeinflussen, indem ich die Unzufriedenen zufrieden stelle und den Zufriedenen versichere, dass alles unverändert bleibt. Ab diesen Zeitpunkt besitzt man im Grunde bereits 50 Prozent der Wählerstimmen. Ein weiterer Trick im Bereich der Manipulation liegt darin, dass ich meine Wähler darauf vorbereite, dass es womöglich doch zu kleinen Veränderungen kommen wird. Das mache ich jedoch nicht auf die Art und Weise, dass man mir die Schuld geben könnte, ich berichte einfach davon, dass mir die Regierung dies zur Auflage gemacht hat und ich nun darüber nachdenken muss, wie man es noch halbwegs vertretbar machen kann. Somit bin ich zwar der Schuldige, aber die Schuld sucht das Volk bei jemand anderem. Dadurch kann ich meinen Standpunkt als Bürgermeister tatsächlich festigen, obwohl ich nichts besser, oder schlechter gemacht habe, als beispielsweise mein Vorgänger. Die Wahlmanipulation ist deshalb so einfach und dennoch effektiv, weil man als angehender (beispielsweise) Bürgermeister in Ansprachen nur eines tun muss, nämlich Fehler aufzeigen. Die Reden beinhalten Worte, aber keine Taten, dennoch ist es genau das, was sich Wähler in Deutschland wünschen und genau deshalb wählen sie die jeweilige Person. 

Ihr habt die Wahl... oder vielleicht auch nicht?
(c) 2014 - M.Trojan

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