Sonntag, 12. Oktober 2014

Buch verlegen lassen, Verlag finden, Vertrag unterschreiben.

Ich habe mittlerweile 18 Bücher geschrieben und 9 davon über den Engelsdorfer Verlag publizieren lassen. Ich kenne die Standard-Verträge von Fischer-Verlag Hamburg, Droemer Knaur und Ullstein etc. - Da ich in der Vergangenheit mit diesen Verlagshäusern in Verbindung getreten war. Heißt aber nicht, dass ich diese Verleger positiv oder negativ beschreiben möchte. Nur damit man versteht, dass ich mich mittlerweile bestens mit Verlagsverträgen auskenne.

Was ist zu beachten?
Ein sehr wichtiger und äußerst kritischer Punkt ist die Frage, wer haftet im Ernstfall für das Buch? Dies muss klar und deutlich im Vertrag lesbar sein, sollte NUR der Autor die Verantwortung tragen, dann ist davon abzuraten.

Mindestabnahme, Restbestände aufkaufen etc.
Es gibt Verleger, die sichern sich ab. Daran ist bei New-Comern so gesehen nichts auszusetzen. Wichtig ist die Frage; wie sie dies tun? Manche Verleger lassen beispielsweise 10.000 Bücher drucken, werfen diese auf den Markt und wenn sich nach 2-3 Jahren keine Käufer gefunden haben, dann bittet man den Autor zur Kasse, er muss die Restbestände bezahlen bzw. kaufen. Bei (Beispielsweise) Produktionskosten eines Buches von bis zu 10 Euro, kann man sich dann ausrechnen, wie teuer solch ein Vertrag werden kann. Deshalb muss bei Restbeständen explizit darauf geachtet werden, wie viele Exemplare dies sind UND für welchen Preis man ein Buch abkaufen muss. Sollten diese Kosten Pi mal Daumen bereits im Drei-Stelligen-Bereich sein, muss man sich auch von diesem Vertrag fernhalten. Denn auch hier würde das gesamte Verkaufsrisiko nur beim Autor liegen und oftmals sind die angeblichen Verleger einfach nur Buchdruckereien, die einen nach ein paar Jahren zur Kasse bitten.

E-Book?
E-Book Verleger sprechen hier von der Zukunft, aber das stimmt definitiv nicht. Bücher werden nicht von E-Books ersetzt, sondern revolutioniert. Es wird immer Bücher geben und jetzt gibt es eben beides. Wenn man die Möglichkeit hat, dann sollte man sich immer für das gute alte Buch entscheiden. Im besten Fall bietet der Verlag beides an, was meinem Wissen nach bei vielen Verlagshäusern mittlerweile Standard ist.

Die Verlagswahl
Man kann keinen Verlag komplett pauschalisieren. Es gibt mittlerweile fast keine vollständigen Zuschussverlage mehr, allerdings gibt es auch fast keine Verleger mehr, die von jedem Autor zu 100 Prozent die Kosten übernehmen. Das kommt tatsächlich auf das Buch und den jeweiligen Thema an. Wenn ein Verlag das Potenzial des Buches erkennt, dann wird er auch die Kosten weitgehend übernehmen. Wenn er ein Risiko im Vorhaben erkennt, wird er entweder sofort ablehnen, oder er sichert sich mit einer hohen- oder niedrigen Zuzahlung ab (je nach dem...). Darum ist die Wahl des Verlages keine Selbstverständlichkeit, man muss ein Expose verfassen und beim jeweiligen Wunschverleger anfragen. Im Vorhinein sollte man bereits recherchiert haben, ob der Verlag das jeweilige Thema (Genre) anbietet. Ein Kinderbuch-Verlag wird keinen Thriller annehmen wollen. 

Expose
Ein Expose ist die Kurzform Ihres Buches, etwa 5-8 Seiten lang dazu noch eine kleine Leseprobe des Buches. Das war es schon. Dadurch wird der Verlag entscheiden, ob er ihr Buch annimmt, oder ablehnt. (Immer an die Fakten halten, betteln hilft nicht). Der Ullstein-Verlag meldet sich meiner Meinung nach per E-Mail am Schnellsten. Da Sie vorher UNBEDINGT anfragen sollten, ob Sie dem jeweiligen Verlag ein Expose zukommen lassen dürfen.

Kleiner Tipp noch für das Expose und jedem Blatt Papier, das Sie dem Verlag zusenden. Schreiben Sie auf jedem Blatt unten in die Fußzeile; Titel, Seitenzahl und Ihre Adresse+Namen). Denn ich habe es selbst schon erlebt, wie ein Expose „Leser“ aus einem Stapel Papier eine Seite herauszieht, die Seite sogar gut fand, aber nicht mehr wusste, zu welchen Expose es gehörte. Dann wurde es abgelehnt. Sie sehen also, es gehört auch viel Glück dazu.

So das waren mal ein paar kleine Tipps von mir, - weitere werden folgen. Bis dahin - viel Erfolg und immer daran denken: "Schreiben ist Kunst."


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