Sonntag, 12. Oktober 2014

Ich-Verlag, Ebook und Co. - die Rechtslage

Viele Leser, Interessierte und Neugierige fragen mich, ob es nicht besser wäre, als „Ich-Verlag“ auf dem Markt zu erscheinen, da es derzeit immer mehr Menschen wagen. Nun, es ist ja schön, dass es mittlerweile Anbieter gibt, die eifrigen Autoren diese Chance ermöglichen, obwohl dies meiner Meinung nach mehr Probleme beinhaltet, was einem angehenden Autor womöglich gar nicht bewusst ist und zu meist erst dann erkannt wird, wenn es bereits zu spät ist.

E-Book „Verleger“ locken derzeit junge Schriftsteller damit an, dass man ihr Buch kostenlos verlegt und mit hohem Prozentanteil beteiligen würde. Das ist die schöne Seite der Münze, die andere Seite sieht weniger Gut aus. Denn diese Verleger übertragen dem Autor sämtliche Rechte und übernehmen keinerlei Verantwortung für dessen Inhalt. Es ist ja schön, wenn man einen Verlag besitzt, aber wenn dieser keinerlei Unterstützung im Rechtsstreit anbietet, dann kann und wird dies im Ernstfall sehr, sehr teuer. Ich habe letztens per Zufall ein Buch als Kindle-Version entdeckt, aus Neugierde klickte ich „Blick ins Buch“, dort enthalten waren Buchbilder. Bilder die mehr sehr bekannt vorkamen, weil diese Bilder aus Google kopiert wurden. Der Autor meinte nur die Bilder hatten kein Copyright-Zeichen und deshalb hatte er sie verwendet... dass er sich aber damit Strafbar gemacht hat und es nur eine Frage der Zeit ist, bis Post vom Anwalt im Postfach liegen wird. Das bedenkt der angehende Schriftsteller anscheinend nicht. Eine Abmahngebühr beträgt (Je nach Anwaltskanzlei) zwischen 250 Euro und 750 Euro. Wird nicht bezahlt, dann geht es vor Gericht und dann sollte man mit etwa 30.000 Euro aufwärts rechnen. Ein teures Vergnügen, weil man sich nicht erkundigt hatte. Jedes Bild, jeder Texte und jedes Zitat unterliegt dem Urheberrecht und verwendet man ein solches, -ob bewusst oder nicht- ist dies eine Straftat und wird dem entsprechend geahndet. Autoren MÜSSEN diesen Betrag bezahlen, genau deshalb hat man im Grunde einen Verlag, der solche Dinge weiß und im Ernstfall gerichtliche Gegenmaßnahmen einleitet. Ein Verlag hilft dem Autor, er möchte ihm nicht schaden aber genau das machen E-Book Verleger (natürlich nicht alle). Ich gönne jedem Menschen seinen Erfolg, aber bitte lasst euch nicht nur die schöne Seite erklären, bedenkt auch den Ernstfall. Ein Buch kann einen Menschen reich machen, aber oftmals ruiniert es den jeweiligen Schreiber, weil er die Rechtslage unterschätzt hatte.


Sollte die Verantwortung jeglicher Inhalte eines Buches immer nur auf Seitens des Autors liegen, dann ist dies kein Verlag, es ist Abzocke. 


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