Mittwoch, 5. November 2014

Automatenspielsucht / Spielautomatensucht = systematischer, seelischer Tod

Der Mensch verändert sich, Suizidgedanken waren einst so fern und plötzlich denkt man 24 Stunden nur noch an dieses eine Thema. Plötzlich dreht sich das Bild des kranken Süchtigen in die eigene Richtung. Spielautomatensucht ist der langsame, systematische und sichere Tod für die Seele und am Ende, für den Menschen. Was früher Spaß am Spiel war, ist heute nur noch Zwang. Geld ist nur noch Mittel zum Zweck und zu meist lebt man nur noch von heute auf morgen.

Ich war Spieler und laut vielen bin ich „der“ eine Spieler, der das aus- bzw. anspricht, was gesagt werden muss. Die Spielsucht war und ist keine Randgruppenerscheinung. Sie ist allgegenwärtig und in jeder Gesellschaftsschicht zu finden. Glücksspiel ist Illusion, Sucht ist Suizid. Die Menschen reden sich leicht, besonders wenn sie eine Sucht nur vom hören und sagen kennen, ich bin selbst davon betroffen bzw. war ich es noch vor wenigen Jahren. Ich bin deshalb nicht „geheilt“, aber wesentlich isolierter, als einige Aussteiger, die nach Jahren wieder rückfällig wurden. Ein Rückfall kommt nur dann zustande, wenn wir das Problem verharmlosen. Genau deshalb gebe ich nicht auf, ich spreche die Sucht so lange an, bis es der letzte Spieler begreift. Bis selbst die Glücksspielgrößen aus aller Welt meine Anwesenheit wahrnehmen werden. Man ignoriert mich größtenteils auf medialer- aber auch politischer Ebene. Natürlich kommen hin- und wieder Berichte, wo mein Name fällt (letztens Beispielsweise im OVB) aber die Sucht wird weiterhin nicht mit dem notwendigen Respekt beschrieben. Man beschreibt sie als Randgruppenerscheinung und das ist Müll. Jeder kann und letzten Endes wird betroffen sein. Womöglich nicht immer direkt selbst, aber eine Co-Abhängigkeit reicht aus, um mindestens 2 Leben zu zerstören. Mein Weg geht seit 4 Jahren kontinuierlich nach Oben, ich habe die wohl bekanntesten Spielsucht-Ratgeber im Bereich „Automatenspielsucht“ geschrieben, trotz dessen bin ich noch lange nicht bereit mich damit zufrieden zu geben. Manch Redaktionen schreiben mich bei solchen Aussagen direkt an und beschweren sich, dass ich bei irgendeinem „Aufklärungsinterview“ ablehnte und mich jetzt als Opfer darstelle, aber auch diese Aussage ist Müll. Man hat mich immer um Auskunft gebeten, - das ist Richtig. Aber man hat NIE meinen Namen, oder meine Bücher erwähnt. Meine Bücher dienten bei 2 von 3 Berichten als Auskunftsquelle, aber letzten Endes wurde ich umgangen bzw. hintergangen. Genau diesen Redaktionen oder Redakteuren verdanken wir es, warum Sucht nicht wahrgenommen wird, weil jemand davon berichtet, der bisher nur erkannt hat, dass ein Automat blinkt. Bleibt einfach beim Wetter, - Berichte über Automatenspielsucht und Co. zu schreiben ist eine Kunst für sich und kann nur von einem Menschen geschrieben werden, der sich entweder über Jahre hinweg damit befasst hat, oder selbst Jahre in der Sucht gefangen war. 


(c) 2014 - M.Trojan | www.Spielautomatensucht.de | www.Automatenspielsucht.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen