Montag, 17. August 2015

Tipps zum Schreiben | Über das Schreiben | Urheberrecht

Die Frage, wie ich zum Schreiben kam und ob ich Tipps zum Schreiben an sich geben kann etc. möchte ich nun einmal kurz, naja – womöglich auch ausführlich – beantworten. Ich hole jetzt nicht so weit aus und beginne mit der Schulzeit, sondern springe direkt zu dem Punkt, als ich mein erstes Buch schrieb bzw. bereits geschrieben hatte. Mein erstes Buch (Wer Gewinnt, wenn du verlierst?) schrieb ich in nicht ganz 10 Monaten. Ich wusste damals nicht genau, wie ich Texte verfassen soll, damit ich Leser direkt beeinflusse, das kommt nicht per Zufall zustande, man wächst mehr oder weniger mit Erfahrung in die Situation hinein. Ich kann mit Sätzen, aber auch mit Kommasetzung, einen Satz beeinflussen, auch die Geschwindigkeit eines Textes kann beeinflusst werden. Bedeutet, je nachdem in welchem Genre man schreibt, sollte man sich bestmöglich vorbereiten. Wie gesagt, ich hatte davon keine Ahnung, kurioserweise wurde das Buch einem Lektor übergeben und dieser konnte nicht wirklich glauben, dass ich vorher noch nie ein Buch geschrieben hatte. Es hatte bereits die notwendige Beeinflussung, könnte Zufall sein, aber womöglich ist es einfach nur Talent. Nicht jeder Mensch kann automatisch ein Buch schreiben, nur weil er „schreiben“ kann. Man muss zum Leser durchdringen, ganz egal in welchem Genre. Das ist wohl wie bei jeder Kunst; entweder man hat es – oder eben nicht.
Das ist einer der Hauptgründe, warum Verlagshäuser so selten neue Autoren unter Vertrag nehmen, weil nicht viele Autoren das gewisse Etwas besitzen. Mittlerweile gibt es allerdings (leider) sehr viele Zuschuss-Verleger und deshalb kann man die Spreu vom Weizen nur sehr schwierig unterscheiden. Mein Erfolg spricht in meinem Fall für mich, jedoch kann ich hier nicht von anderen berichten. Ich kann ein Buch (mittlerweile) in wenigen Monaten verfassen, das war auch besonders anfangs der Grund dafür, dass viele Kritiker behaupteten, unter meinem Pseudonym würden mehrere Personen schreiben. Schwachsinn, ich kann einfach so schnell Bücher verfassen, da ich beim Schreiben nicht wirklich nachdenken muss, ich schreibe die Dinge direkt an und das erspart meiner Meinung nach sehr viel Zeit. Wie lange brauche ich für ein Kapitel? – Das hängt davon ab, ob ich über das Thema bereits alles recherchiert habe (Recherchen dauern ewig) oder ob ich beispielsweise über Spielsucht schreibe, da muss ich nicht wirklich recherchieren, das Thema kann ich ohne Überlegung beschreiben und es gibt viele Dinge, die noch im Dunkeln verborgen liegen, genau deshalb kann ich immer und immer wieder erfolgsbringende bzw. erfolgversprechende Ratgeber auf dem Markt etablieren. Eine Zeitangabe ist nicht möglich, so lange wie es dauert, genau so lange dauert es nun mal. Man darf auch die Schreibblockade nicht unterschätzen, auch diese kommt unerwartet und dann muss man sich die Zeit nehmen und abwarten. Wenn man das Schreiben erzwingen möchte, dann wird es nichts und im Nachhinein muss man mehr löschen, als einem lieb ist. Das macht also immer unnötige Arbeit und darum mein Tipp: Nichts erzwingen.

Ein weiterer Tipp von mir, ist die Tatsache, dass man ein fertiggestelltes Buch einfach einmal weglegen sollte und etwa 1-2 Monate abwarten sollte. Kommen Sie einfach wieder runter, jeder Autor findet sein Buch nach dem Fertigstellen zu meist einzigartig, super und es wird in den eigenen Augen der Bestseller schlechthin. So, aber nach etwa 1-2 Monaten lesen Sie sich Ihr Buch noch einmal durch und löschen wie ein Weltmeister, alles irrelevante, jede direkte Wiederholung; alles (außer bei Ratgeber, da ist eine Wiederholung oftmals sehr erfolgversprechend und zeigt durchaus Wirkung). Es gibt Lektoren, die würden ein 200 Seiten-Buch, gerne mal auf 30 Seiten kürzen, eben weil viel zu oft irrelevante Fakten geschrieben werden. Meine Bücher werden im übrigen auch gekürzt, „Sklaven GmbH Deutschland“ hatte ursprünglich 340 Seiten, bei der Veröffentlichung waren es nur noch 265. Auch bei meiner letzten Publizierung (Was hast DU zu verlieren) – das hatte knapp 350 Seiten, wurde dann aber auf 200 Seiten gekürzt. Autoren schweifen hin- und wieder gerne vom Thema ab und genau das muss aus dem Buch entfernt werden. Ein Buch muss eine klare Linie anbieten und genau das, unterscheidet professionelle Bücher oftmals von „Ich-Verlegern“ und Co. Die klare Linie kann nur erkannt werden, wenn der Autor die nötige Distanz zum eigenen Buch entwickelt. Oder man sucht sich einen Lektor-Prüfer (kostet zwar etwas Geld, aber lohnt sich im Normalfall). Bei einem Lektor MUSS man jedoch darauf achten, dass der Lektor das Buch nicht zu stark „verfremdet“. Jeder Autor hat einen eigenen Schreibstil, Sie dürfen sich als Autor nicht angewöhnen, den Stil eines anderen zu kopieren. Zumeist findet in den ersten Texten oder Büchern eine Selbstfindung statt, aber sobald man einen Stil für sich gefunden hat, sollte man dabei bleiben und ihn auf Dauer nur etwas verfeinern. Also ich kann das nur von meiner Erfahrung aus sagen, denn meine Texte (in den Büchern) lesen sich hauptsächlich extrem flüssig und besitzen immer eine bestimmte Wortwahl, mit der ich meine Leser natürlich absichtlich beeinflussen möchte.
Mein nächster Tipp hat etwas mit den Rechtschreibfehlern in Büchern, Berichten und Zeitungen zu tun. Man findet selbst in einer beliebigen Tageszeitung, immer und immer wieder Rechtschreibfehler. Diese sind jedoch oftmals nicht versehentlich zustande gekommen, sondern absichtlich eingefügt worden. Das sind so genannte „Falltüren“, eine Anzeige könnte durch solche einen Fehler direkt entschärft werden, immerhin beinhaltet der Bericht bereits einen optischen Fehler und daraus lässt sich schließen, dass auch der Bericht einen Fehler aufweist. Bei Büchern kann man dann wiederum behaupten, man würde beides in der nächsten Auflage beheben. Bei politischen Sachbüchern findet man häufig besonders bei heiklen Themen diverse Fremdwörter, die häufig sogar falsch geschrieben sind. Auch hier lässt sich die Menge blenden, der Fehler entstand niemals per Zufall. Darum ist es oftmals sehr ratsam, sich mit einem Juristen in Verbindung zu setzen und das Buch einmal direkt abzuchecken. Eine Anzeige kann in solchen Fällen äußerst teuer werden, es sei denn, man kennt gewisse Schlupflöcher und Falltüren, die eine Situation entschärfen können. Romane und Co. sollten natürlich keine Rechtschreibfehler beinhalten, aber Sie sollten sich nicht wundern, wenn in einem politischen Sachbuch, pro 100 Seiten etwa 2-3 Fehler enthalten sind.

 Mein letzter Tipp beinhaltet das Thema „Copyright“, und ich glaube, viele Neu-Autoren sind sich gar nicht darüber bewusst, wie teuer dieses Vergehen in Deutschland bestraft wird. Jedes Bild, jeder Bericht, jede Kurzgeschichte und jedes Zitat in Google und Co. gehört einem Urheber, dieser muss es nicht zwingend schützen lassen, aber dennoch müssen Sie um Erlaubnis fragen, wenn Sie es verwenden wollen. Ich habe erst letztens ein Buch per Zufall gefunden, dort schrieb der Autor tatsächlich „Bildquelle: Google“ – das reicht jedoch nicht. Da das Bild einen eigenen Urheber besitzt und dieser kann einen Verwender rechtmäßig auf Schadensersatz abmahnen und auch das kann und wird teuer werden. Wenn Sie Informationen von Dritten verwenden, MÜSSEN Sie eine Quellenangabe miteinbeziehen. Wenn Sie Bilder verwenden, benötigen Sie die schriftliche Genehmigung des Schöpfers bzw. Urhebers. Es sei denn, Sie sind selbst der Urheber, dann ist es selbstverständlich nicht notwendig.

Besonders bei einer Buchveröffentlichung müssen Sie drei Punkte immer im Hinterkopf behalten; Strafbarkeit (im Falle von Urheberrechtsverletzungen) Strafanfälligkeit (Themen bezogen) und die Einzigartigkeit des Buches (Kopien verkaufen sich immer schlechter als das Original).

Ich wollte niemanden vom Schreiben abhalten oder abschrecken, aber man sollte die Gesetze in Deutschland und Co. bestmöglich kennen, denn es gibt ausschlaggebende Punkte, die vor einer Buchveröffentlichung bedacht werden müssen. Weil eine Gerichtsverhandlung kostet „Pi mal Daumen“ etwa 30.000 Euro (aufwärts), also sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es teuer werden kann, wenn man unwissend grobe Fehler begeht. Denn Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. 

Eine - meiner Meinung nach - seriöse Webseite über dieses Thema, sowie hilfreiche Tipps und Co., finden Sie hier:

www.buchschreiben.com


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