Montag, 28. September 2015

Automatenspielsucht; Die Ansage

Ob die Glücksspielindustrie ehrlich ist, entscheidet nicht das Glücksspielimperium, sondern die Jenen, die spielen oder gespielt haben. Nicht der Betrüger entscheidet darüber, wer ein Betrüger ist, sondern die Betrogenen. Ich sage mit voller Überzeugung, dass die Glückspielindustrie gegen geltende Grundgesetze verstößt, zudem gegen vorhandene Gesetze des Glückspieljugendschutzes. Denn die jungen Spieler werden bereits online gelockt und niemand, ja wirklich niemand sieht sich in der Verantwortung. Ganz im Gegenteil, jeder schaut plötzlich in eine andere Richtung, als ob es niemanden kümmern müsste. Politiker, Automatenhersteller- und Austeller, ja sogar Kneipenbesitzer und somit Mitverdiener, alle blicken in die andere Richtung. Jeder ist plötzlich krimineller, als der arme kleine Automatenaufsteller, der nur seine Brötchen verdienen möchte. Der Spieler möchte auch „nur“ vor seinen Sorgen flüchten, doch diesen Wunsch bezahlt er mit sehr viel Geld und im schlimmsten Fall mit seinem Leben. Letzten Endes gibt ein Spieler sein letztes Hemd dafür, damit die Sorgen weniger werden, doch das werden sie nicht, die Sorgen werden immer mehr, bis nichts mehr geht.

Ich wende mich direkt an meine Kritiker, redet nicht von angeblichen Hilfen indem ihr gezielt von meinem Buch (bzw. Büchern) abraten möchtet, ihr wisst gar nicht, wie sehr ein Spieler leidet. Ihr habt keine Ahnung davon, wie oft ein Spieler an Suizid denkt. Ich sei keine Hilfe und meine Bücher wären gefährlich? Ernsthaft, so etwas kann nur die Glücksspielindustrie behaupten, denn nur für ein geldgeiles Unternehmen stelle ich eine Gefahr dar, nicht aber für Spieler, die den Ausstieg wagen. Ich bin nicht die Gefahr, meine Bücher stellen keinerlei Gefahr dar, doch selbsternannte „Therapeuten“ behaupten plötzlich genau dies, ich sei es, wovor man waren sollte. Ja klar, spielt der Glücksspielindustrie ruhig weiter in die Karten; wen kümmert schon das Leben eines Spielers? Eure Logik begeistert, ihr ratet von meinen Büchern ab und schreibt zugleich eigene Spielsucht-Ratgeber, die Eins zu Eins von meinen Büchern kopierten Texte seien also hilfreicher? Ich war der erste Spieler, der über sein selbstzerstörerisches Leben schrieb und selbst wenn es bessere oder effektivere Methoden geben würde, würde man dennoch meine Bücher als Maßstab verwenden, da ich diesen gesetzt habe. Und anstatt ständig gegeneinander zu schreiben, könnte man vieles erreichen, wenn man sich gegenseitig unterstützen und empfehlen würde. Denkt einmal darüber nach, denn nur gemeinsam kann man die  Glücksspielindustrie in die Schranken weisen.


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